Friedensgebet

Ökumene Brücke

Ökumene

"Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;
ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist" (Epheser 4, 3-6)


Zu den Grundlagen der Arbeit des Ökumenischen Bildungszentrums sanctclara Mannheim gehört die im Mai 2003 von sechzehn Kirchen unterzeichnete Charta Oecumenica. Darin verpflichten sich die Kirchen, ihren Beitrag zur Einheit Europas, zur Wahrung der Menschenrechte, zur Bewahrung der Schöpfung und des Friedens, zur Versöhnung der Völker und zur ökumenischen Kooperation zu leisten. Sie verpflichten sich darin,

* der apostolischen Mahnung des Epheserbriefes zu folgen und uns beharrlich um ein gemeinsames Verständnis der Heilsbotschaft Christi im Evangelium zu bemühen;

* in der Kraft des Heiligen Geistes auf die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi in dem einen Glauben hinzuwirken, die ihren Ausdruck in der gegenseitig anerkannten Taufe und in der eucharistischen Gemeinschaft findet sowie im gemeinsamen Zeugnis und Dienst.


Ökumene - alltäglich und unter einem Dach
Das Ökumenische Bildungszentrum sanctclara ist ein Handlungsfeld der Kirchen der Stadt. Mit seiner Erwachsenenbildung ist es Teil der öffentlichen Weiterbildung, mit seinem religionspädagogischen Schwerpunkt bezieht es sich auch auf schulische Bildung. Seine Arbeit ist gesamtgesellschaftlich wirksam. Sie fokussiert unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen, die Kirchen, ihren Religionsunterricht, ihre Mitglieder, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In den Angeboten des Ökumenischen Bildungszentrums sanctclara nehmen die Kirchen am Leben der Stadt und der Region teil und bringen sich als Dialogpartnerinnen in Fragen von Glauben und Lebensgestaltung über die Grenzen von Parochie und Kirchenmitgliedschaft hinaus ins Spiel. Sie nutzen damit die Chance der Einmischung in die Auseinandersetzung mit konkurrierenden Lebensentwürfen und Wertvorstellungen im Respekt vor dem je eigenen Gewordensein und den Biografien der Menschen, welche die Veranstaltungen besuchen.

Das bedeutet zuallererst, dem ökumenischen Dialog einen öffentlichen, den städtischen Raum zu geben, dafür nicht besondere Gelegenheiten und Orte suchen zu müssen, sondern ihn alltäglich und innerhäusig zu pflegen. Es geht um Einübung, um das Fördern einer Haltung, die es ermöglicht, dass gegenseitige Wertschätzung weiter wachsen kann und Konkurrenz fruchtbar gemacht wird. Der Reichtum der unterschiedlichen konfessionellen Traditionen gilt mehr, reicht weiter und tiefer als das, was sie einengt und beschränkt.

Dies gilt in wachsendem Maß nicht nur vom interkonfessionellen, sondern auch vom interreligiösen Dialog. Die Einübung einer ökumenischen Haltung über die Christentumsgrenzen hinaus – vor allem im Zusammenleben mit den in der Stadt beheimateten Angehörigen der jüdischen und islamischen Religionsgemeinschaften – wurde viel schneller und intensiver Bestandteil des sanctclaraAlltag, als dies zunächst erwartet war. So gewinnt der ökumenische Blick an Weite, gewinnen die Partnerinnen und Partner Kontur auch in ihrer Verschiedenheit, in ihrer Fremdheit.
lei/ml